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Wäre es möglich, dass ich komplett von Instagram weggehe und nur noch YouTube mache?

  • Autorenbild: Miriam Iris Kuhnle
    Miriam Iris Kuhnle
  • vor 7 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Meine Kundin Eva hat mich kürzlich gefragt: „Wäre es möglich, dass ich komplett von Instagram weggehe und nur noch YouTube Marketing mache?“

Vielleicht stellst du dir diese Frage gerade auch.


Bevor ich dir meine klare Antwort gebe, möchte ich dir zuerst eine Gegenfrage stellen: Warum möchtest du Instagram am liebsten verlassen?

Die meisten Yogalehrerinnen, die mir diese Frage stellen, sind frustriert. Sie geben viel Zeit und Herzblut in ihren Content – und bekommen kaum Likes, Follower oder Buchungen zurück. Das Gefühl von „meine Follower sind eingeschlafen“ kennt fast jede.


Doch die Lösung ist selten nur noch YouTube zu machen.


Ich rate jeder Yogalehrerin klar davon ab, nur noch YouTube zu machen.

Der Grund ist einfach: Erfolgreiche Selbstständige nutzen die McDonald’s-Strategie.


Kennst du das Gasthaus König in Stuttgart?

Vermutlich nicht.

Kennst du McDonalds?

Ja. Egal ob in Stuttgart, Berlin oder einer kleinen Stadt, es gibt mehrere Filialen an mehreren Standorten.

Dir kam vielleicht schon beim Hören von "McDonald's" ein Bild, wie das Logo in den Kopf oder die typische Einrichtung der Filialen …

Wenn du bekannt und erfolgreich sein willst, heißt es, die McDonalds Strategie anzuwenden.

Und an so vielen Standorten, wie möglich, sichtbar zu sein.


  • Es gibt Standorte auf Push-Plattformen, wie TikTok, Instagram, ….

  • Und die Standorte auf Pull-Plattformen wie YouTube, Podcasts, ....


Das Ziel ist nicht, überall 100% perfekt zu sein – sondern die Menschen von den Push-Kanälen auf deine Pull-Kanäle zu bringen, wo sie mehr Zeit mit dir verbringen.


Und das ist als Selbstständige auch zeitlich absolut möglich.

Ich gebe dir zum Ende des Artikels einen Einblick, wie ich das konkret mache.


Die Herausforderung für viele Selbstständige ist es, dass Instagram sich für viele so anfühlt, als seien die Follower “eingeschlafen”.

Doch, wenn du das gerade denkst, sind nicht deine Follower eingeschlafen, sondern du.


Warum interagieren Menschen überhaupt auf Social Media?

Es gibt nur drei echte Gründe, warum jemand deinen Content liked, kommentiert oder dir folgt:

  1. Beziehung Das ist der Grund, warum deine Tante Gerda jeden Post von dir liked auch wenn sie mit Yoga soviel zu tun hat, wie Dosenbier.

    Wir können in Social Media Parasoziale Beziehungen aufbauen, zum Beispiel durch Vlogs oder private Einblicke.

    Wenn du nur Bilder von dir im Spagat oder Handstand teilst, dann bist du eben eine von den vielen Yogaposern auf Instagram. Wenn ich aber Dinge mit dir verknüpfen kann - und so funktioniert unser Gedächtnis, es speichert Verbindungen, Verknüpft sie. Zum Beispiel: Miriam ist gerade in Kanada, war am Wasserfall, hat Spätzle für Kanadier gekocht.

    Das wirst du dir merken, weil du vielleicht auch aus dem Schwabenland kommst und Käse-Spätzle besser findest, als Spätzle mit Linsen.

    Hier gilt es allerdings, eine klare Linie von Privaten Inhalten einzuhalten, dass Menschen dich nicht als Influencer wahrnehmen - sondern als jemanden, den man auch bereit ist zu zahlen.

  2. Emotion Wir versenden lustige Reels an Freunde.

    Wir halten an beim Scrollen, wenn uns ein Reel angezeigt wird, indem jemand weint und hier ist es egal, ob aus Freude oder trauer.

    Wir kommentieren, wenn wir mitfühlen.

    Oder auch, wenn wir anderer Meinung sind.

    Emotion kommt, wenn du dich außerhalb der Ästhetik befindest.

    Raus aus dem Raster der Matcha trinkenden Yogalehrer in rosafarbenen Yogahosen.

    Ein Spruch, von YouTube Legende Mr. Beast passt da ganz gut dazu und zwar: "DIFFERENT IS BETTER - THAN BETTER."

    Wenn du als Yogalehrerin anders bist, als die perfekten Matcha-Tee-Yogis. Sondern so bist, wie du bist! Passiert nichts schlimmes im Internet, außer Interaktion.

  3. Das „Ich will das haben“-Gefühl

    Zeige nicht nur Yoga-Posen, sondern das Lebensgefühl, das deine Zielgruppe anstrebt. Das kannst du nicht stagen – das muss man leben.

Warum ein Reel allein nie verkauft

Verkaufen über Instagram ist wie Dating. Niemand heiratet beim ersten Date.

Instagram-Verkauft über viele Berührungspunkte über eine längere Zeit mit dir.

Deine potenziellen Kunden brauchen in der Regel ca. 7 Stunden Content mit dir, bevor sie etwas kaufen. Also mehr Dates mit dir, um dir zu vertrauen. Genau deshalb ist die Kombination aus Instagram (kurze Berührungspunkte, wenig Zeit mit dir) und YouTube (tiefe Inhalte, viel Zeit mit dir) so mächtig.

So mache ich es konkret

Ich erstelle ein längeres YouTube-Video pro Woche. Daraus schneide ich kurze Reels und Shorts, die ich auf Instagram, TikTok, LinkedIn und Threads plane.

So habe ich mit einem einzigen Video viele verschiedene „Standorte“ bedient – ohne jeden Tag neuen Content produzieren zu müssen.


Tipp, wenn du nicht willst, dass es sich anfühlt, als würdest du in's leere posten: Plane die Uploads deiner Reels bewusst abends, wenn deine Zielgruppe am aktivsten ist.


Die unangenehme Wahrheit

Die ersten Jahre als Selbstständige bestehen zu 80 % aus Marketing. Das sagt dir kein Online-Millionärs-Guru, aber es ist die Realität.


Der Unterschied zwischen dir und einer Laura Malina Seiler oder Mady Morrison ist, dass sie weitergemacht haben, auch wenn’s erst einmal niemanden interessiert hat.

Und, dass sie sich nicht 20 Minuten hingesetzt haben, Instagram angestarrt haben und sich gefragt haben: "Warum schauen nur 100 Menschen meine Storys?"

Sondern dachten: "Gut, nächstes Video, nächste Story machen, … weiter!"


Wenn du Selbstständig sein willst, heißt es: Kontrolle über dein Social Media Verhalten zu bekommen. Nicht den Fokus auf die zu lenken, die deine Storys sehen und Liken. Oder Stundenlang durch Instagram zu scrollen und dich mit anderen zu vergleichen.


Aus Erfahrung kann ich dir eines sagen: Die, die kaufen, sind oft Follower, von denen du denkst: "Wo kommst du denn jetzt her? Dich hatte ich ja gar nicht auf dem Schirm."



Mein Tipp für dich

Bleib auf Instagram – aber setze den Fokus auf YouTube.

Take it serious, wenn du es als Fulltime-Job machen möchtest.

Dazu gehört auch Dinge, die dir keinen Spaß machen zu tun und Marketing zu mastern.



Deine, Miriam Iris Kuhnle.


YouTube für Yogalehrer & Coaches

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